Zahnfreundliche Ernährung: die richtige Ernährung für Ihre Zahngesundheit

zahnfreundliche Ernährung, nachhaltige Zahngesundheit - zahnarzt Dr. MitterwaldDass Zucker Ihren Zähnen schaden kann, ist kein Geheimnis. Doch wie viel Zucker am Tag ist akzeptabel? Oder sollten wir lieber ganz auf Süßigkeiten und Desserts verzichten? Und darüber hinaus? Mit welchen Lebensmitteln tun wir unserer Zahngesundheit etwas Gutes und um welche sollten wir lieber einen großen Bogen machen? Im Folgenden wollen wir Ihnen diese Fragen beantworten und wichtige Tipps zum Thema zahnfreundliche Ernährung und Mundhygienen geben.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es weniger die Lebensmittel an sich sind, sondern die Häufigkeit Ihres Konsums, die unseren Zähnen schadet. Dabei ist es nicht die eigentliche Menge, sondern Ihre zeitliche Verteilung, die maßgeblich auf die Zahngesundheit einwirkt.

Zucker ja – aber nicht so oft

Für alle Naschkatzen und Süßspeisenliebhaber habe wir gute Nachrichten: Es ist nicht nötig vollkommen auf Zucker zu verzichten, um seinen Zähnen etwas Gutes zu tun. Vielmehr sollten wir die Häufigkeit des Konsums einschränken. So ist eine Tafel Schokolode auf einmal gegessen deutlich weniger schädlich, als der  Verzehr einzelner Rippchen über den Tag verteilt. Verantwortlich für dieses Phänomen ist die Tatsache, dass der Zucker selbst unseren Zähnen nur indirekt schadet. Er stellt die Nahrungsgrundlage für, im Plaque enthaltene, Bakterien dar und bietet diesen zudem besseren Halt an den Zahnbelägen. Diese Bakterien bilden aus den Zuckermolekülen schädliche Säuren, die die eigentliche Grundlage für Karies darstellen. In einem vollkommen sauberen Mundraum ohne Beläge und Bakterien würde der Zucker also keinen Schaden anrichten. Da ein solcher Zustand selbst mit der vorbildlichsten Mundhygiene kaum zu halten ist, ist es ratsam die Regelmäßigkeit des eigenen Zuckerkonsums zu überprüfen. Jedes Mal wenn wir Zucker zu uns nehmen, wird die Säureproduktion in Gang gesetzt – nahezu unabhängig von der eigentlichen Zuckermenge. Beschränken Sie den Zuckergenuss auf wenige Anlässe am Tag. Eine leckere Nachspeise oder ein Süßgetränk zu den Mahlzeiten sind absolut in Ordnung. Geben Sie Ihren Zähnen nach dem Genuss von Zucker genügend Zeit zur Regeneration, bzw. Remineralisierung und verzichten Sie, wenn möglich, auf süße Snacks oder Getränke, außerhalb der Ihrer regulären Malzeiten.

Zuckeraustauschstoffe als empfehlenswerte Alternative

Sollte es Ihnen schwer fallen auf süße Zwischenmahlzeiten zu verzichten, empfehlen wir, diese durch zuckerarme oder zuckerfreie Alternativen zu ersetzen, wobei besondere Vorsicht bei der Formulierung „zuckerfrei“ geboten ist, da sich diese lediglich auf Saccharose, also gewöhnlichen Haushaltszucker, bezieht. Derartig  ausgezeichnete  Lebensmittel können durchaus zuckerhaltig sein (beispielweise Frucht-oder Milchzucker) und dementsprechend kariesfördernd. Viele Zuckeraustauschstoffe  sind jedoch nicht kariogen (also nicht kariesfördernd) und zudem gesundheitlich vollkommen unbedenklich (im Gegensatz zu vielen Süßstoffen). Ein verlässlicher Hinweis auf die Zahnfreundlichkeit eines Produktes ist das Logo „Zahnmännchen mit Schirm“. Dieses Qualitätssiegel garantiert die Zahnfreundlichkeit  von Lebensmitteln. Über das Siegel hinaus bietet die „Aktion Zahnmännchen e.V.“ zusätzliche Tipps für die Zahngesundheit der ganzen Familie.

Sauer macht doch nicht lustig

Neben zuckerhaltigen Lebensmitteln sind es vor allem Säuren, die unseren Zähnen schaden. Der häufige Genuss besonders saurer Lebensmittel führt zu einem kontinuierlichen Abbau der Zahnhartsubstanz, was als Zahnerosion bezeichnet wird. Im fortgeschrittenen Stadium bedarf eine solche Erosion einer umfangreichen Zahnsanierung, bzw. Überkronung, was  Sie jedoch mit entgegenwirkenden Maßnahmen vermeiden können.  Als besonders säurehaltig und damit zahnschädlich gelten Obst, ein Großteil aller Getränke und Salatsaucen. Diese Lebensmittel sollten Sie idealerweise nicht zu häufig zu sich nehmen (eine große Menge Obst auf einmal ist deutlich zahnfreundliche als mehrere kleinere Portionen über den  Tag verteilt). Außerdem kann die zahnschädliche Wirkung von Säuren durch den gleichzeitigen Konsum von Kalzium oder Phosphat abgemildert werden. Besonders geeignet hierfür sind Milchprodukte, die den Zahn wiederstandfähiger machen, aber auch Lebensmittelzusätze (Orangensaft wird beispielweise häufig mit Kalzium versetzt).

Wurden Ihre Zähne einem Säureangriff ausgesetzt, ist es ratsam Ihnen genügend Zeit zur Selbstregeneration zu lassen. Von Putzbemühungen unmittelbar nach dem Genuss  von säurehaltigen Lebensmitteln ist absolut abzuraten, weil Sie die bereits angegriffene Zahnhartsubstanz damit zusätzlich belasten, bzw. schädigen. Genau wie im Falle von Zucker ist es vor allem das ‚wann‘ und ‚wie oft‘ das die zahnschädigende Wirkung von Säuren ausmachteweniger das ‚wieviel‘. Detaillierte Informationen zu einzelnen Lebensmitteln und Ihren Auswirkungen auf unsere Zähne finden Sie auf der Seite der Zahnampel.

Eine optimierte Mundhygiene rundet die zahnfreundliche Ernährung ab

Durch die Optimierung Ihrer Mundhygiene können Sie Ihre Zähne nachhaltig stärken. Eine regelmäßige Anwendung von fluoridhaltigen Spülungen oder Gels, sowie die Nutzung einer Zahncreme mit Erosionsschutz sind wichtige Schritte auf dem Weg zu langfristig gesunden Zähnen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert eine Zahnbürste mit weichen Borsten zu verwenden und während des Putzens nicht allzu viel Druck auszuüben, um die Zähne zu schonen. Außerdem raten wir dazu, nach dem Genuss von zucker-und/ oder säurehaltigen Lebensmitteln den Mundraum gründlich mit Wasser oder noch besser mit einer Mundspülung (idealerweise fluorid-oder zinnhaltig)zu reinigen, um die Belastung in Grenzen zu halten. Auch das Kauen zuckerfreier Kaugummis kann die Mundhygiene unterstützen, da sie neben einer oberflächlichen Zahnreinigung vor allem den Speichelfluss anregen, was wiederum einer Remineralisierung der Zähne dient.

Das wichtigste auf einen Blick:

  • Versuchen Sie die Häufigkeit Ihres Zuckerkonsums einzuschränken
  • Trinken Sie säurehaltige Getränke zu den Mahlzeiten oder mit einem Strohhalm
  • Überdenken Sie Ihre Zwischenmahlzeiten
  • Lassen Sie Ihren Zähnen genügend Zeit zur natürlichen Regeneration
  • Ergänzen Sie saure Lebensmittel durch Kalzium oder Phosphat
  • Stärken Sie Ihre Zähne mit Flourid
  • Verwenden Sie Erosionsschutz
  • Spülen Sie Ihren Mund nach dem Genuss von zucker-oder säurehaltigen Lebensmitteln
  • Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste

Ein zahnfreundliche Ernährung alleine macht noch keine guten Zähne aus, ist aber ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Zusammen mit einer umfassenden Mundhygiene und den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt stellt sie die Grundlage langfristiger Zahngesundheit dar.

 

Bild: © eyetronic/fotolia.com