Weisheitszähne entfernen – warum sie oft raus müssen

Um das Thema Weisheitszähne ranken zahlreiche Mythen und auch abschreckende Operationsberichte. Damit Sie sich möglichst objektiv eine Vorstellung machen können, falls Sie Ihre Weisheitszähne entfernen lassen müssen, haben wir einige Fakten zusammengestellt.

Von der Mitte des Gebisses – beginnend bei den Schneidezähnen – gezählt, handelt es sich bei den Weisheitszähnen um den achten Zahn im Kiefer. Normalerweise sind insgesamt vier Weisheitszähne angelegt – zwei oben und unten. Weisheitszähne brechen bei den meisten Menschen frühestens im Alter von 15 Jahren durch, bei vielen erst später. Allerdings beginnen die Probleme meistens nicht erst mit dem Durchbruch.

Wann müssen Weisheitszähne gezogen werden?

In den meisten Fällen ist schlicht und ergreifend zu wenig Platz im Kiefer vorhanden. Selbst wenn sich der Zahn noch im Kieferknochen befindet, kann er äußerst schmerzhaft auf den Nachbarzahn drücken. Im schlimmsten Fall wird er dadurch dauerhaft geschädigt.

Bricht ein Weisheitszahn nur teilweise durch, bildet sich oft Zahnfleisch taschenartig über dem Zahn. Unter dieser Zahnfleischtasche sammeln sich Speisereste und bilden sich Bakterien. Häufige Entzündungen und Abszesse sowie Karies sind die Folge.

Bricht nur ein Weisheitszahn durch – zum Beispiel im Oberkiefer – fehlt im Unterkiefer der natürliche Gegenpart. Durch die daraus resultierende Fehlstellung kommt es oft zu Kiefergelenksbeschwerden oder Zähneknirschen.

Weisheitszähne entfernen – so läuft die Operation ab

In der Regel ist es nötig, alle vier Weisheitszähne zu entfernen. Manche Patienten bevorzugen eine schrittweise Extraktion (2+2), manche wollen es auf einmal hinter sich bringen. In letzterem Fall ist meistens eine Vollnarkose sinnvoll. Außerdem sollten Sie sich auf eine deutliche Einschränkung danach vorbereiten – durch die beidseitige Schwellung kann Essen und Trinken beschwerlich werden. Entfernt der Zahnarzt im Abstand von einigen Wochen jeweils zwei Weisheitszähne, wird er jeweils eine Seite (oben und unten) operieren.

Der Ablauf der Extraktion hängt stark von der Lage des Weisheitszahns ab. Es gibt zwei Ausgangslagen mit Zwischenstadien:

  1. Zahn ist bereits durchgebrochen
  2. Zahn befindet sich noch komplett oder teilweise im Knochen

Ist der Zahn komplett durchgebrochen, zieht ihn der Zahnarzt wie jeden anderen Zahn auch mit einer örtlichen Betäubung. Im Fall zwei muss der Operateur meistens Zahnfleisch elektrochirurgisch entfernen und Teile des Knochens abtragen. Die entstehende Wunde wird dann vernäht. Für Angstpatienten bieten wir in der Zahnarztpraxis Dr. Mitterwald in Augsburg auch eine Vollnarkose an.

Was hilft nach der Operation?

Unmittelbar nach dem Eingriff können Sie in Absprache mit Ihrem Zahnarzt ein Schmerzmittel nehmen. Allerdings kein Aspirin, da es blutverdünnend wirkt und damit zu Nachblutungen führen kann.

Die wichtigste Maßnahme ist aber das gewebeschonende Kühlen. Verwenden Sie Gelkissen aus dem Eisfach nur in einem Handtuch eingewickelt zum Kühlen. Viele machen auch gute Erfahrungen mit Speisequark aus dem Kühlschrank – tragen Sie ihn außen auf die geschwollenen Backen auf.

Damit die Schwellung schneller abklingt, schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper. In den ersten zwei oder drei Tagen eignet sich vor allem flüssige Kost – also Suppen, Eintöpfe und ähnliche Speisen. Ungefähr sieben Tage nach der Operation werden die Fäden entfernt. Danach sollten Sie keine Einschränkungen mehr haben.

Falls Ihnen die Weisheitszähne Probleme bereiten, zögern Sie nicht zum Zahnarzt zu gehen. Müssen Sie die Weisheitszähne entfernen lassen, sprechen Sie mit uns. Machen Sie hier einen Termin aus.

Bild: © ryanking999/fotolia.com